Fotos von der Demonstration

(Aktuelle Entwicklungen im Newsticker unter Der Stand der Dinge)

Ein paar Fotos von der Demonstration für den Erhalt der Bibliothek. Dank an den Fotographen!

Heutige Jerusalem vs. Planung Luisenbad

Die Fotos sprechen Bände. Nicht nur, dass dem Nauener Platz eine ganz wichtige Institution genommen wird. Nein, das Luisenbad, das vom Architekten beim Umbau nur in seiner heutigen Funktion als Erwachsenenbibliothek geplant war, bietet auch keinen gleichwertigen Ersatz:
Das Fotoalbum Heutige Kinderbibliothek im Gegesatz zur Planung Luisenbad (links oben auf den Albumseiten kann man auch eine Diahow starten; rechts oben die Bilder vergrößern)

Kurzum: Den fast 1.000m² im dreistöckigen Jerusalem stehen in der Luise gegenüber: Im 1. Stock der denkmalgeschützte Puttensaal für Konzerte (100m²), der Konferenzraum (40m²) und das Stuhlager (20m²) für Vorlesen/Hausaufgabenhilfe, und davon räumlich getrennt im Erdgeschoss in der hintersten Ecke der Kinder-Buchbereich (geschätzt 100 bis 150m²)

Abstimmungen in den Bezirks-Ausschüssen

Bildungs- und Kulturausschuss am 3. Dezember, wo es eigentlich einen Antrag der FDP gegen die Schließung gab bzw. vielmehr hätte geben sollen:

Frau Hänisch (Kulturstadträtin, SPD) machte den Vorschlag, dass 8-10.000 Bücher, welche man doppelt hat, ins Haus der Jugend sollen. Die FDP formulierte dann gleich zu Beginn ihren ursprünglichen Antrag für den Erhalt der Jerusalem so um, dass er dem Vorschlag der SPD entsprach. Als Grund, gab Herr Lundkowski (FDP) an, dass er „nach vielen, vielen Gespächen“ keine Alternative sehe, wo die Einsparungen sonst herkommen sollen. Das war auf jeden Fall zwischen SPD und FDP abgesprochen.

Es kam, dann nach und nach raus, dass diese „Dupletten“ aus dem Bibl.-verband herausgenommen werden. Räumlichkeiten im Haus der Jugend waren nicht klar. Zur Betreuung der Bücher und Hausaufgabenhilfe, Leseförderung, etc. sollten erst noch Gespräche mit Quartiersmanagement und Jugendamt geführt werden. Das Bibliotheksamt bietet aber fachliche Beratung an, wie man so etwas machen könne — aber weder Personal noch sonstwas. Kurz gesagt, eine ziemliche Mogelpackung: Die Bibliothek gibt dem Haus der Jugend 8.000 Bücher (evtl. die, die eh entsorgt werden sollen) und dann sollen die zusammen mit Quartiersmanagement und Jugendamt zusehen, was sie damit machen… Abstimmung dazu: 6 mal Ja (Die Linke, SPD, FDP), 6 mal Nein (CDU, Grüne, Graue). Das bedeutet: Abgelehnt.

Dann Abstimmung zu den Planungen, wie wir sie kennen. Das heißt, Schließung der Jerusalem & Teilaufnahme des Bestands und Kinder-/Jugendarbeit ins Luisenbad. Abstimmung dazu: 5 mal Ja (Die Linke, SPD), 6 mal Nein (CDU, Grüne, Graue). Das heißt wiederum Ablehnung.

Das heißt aber nicht viel:
Das geht nun zurück in den Hauptausschuss am 12.12. (siehe Tagesordnungspunkt 4.3). Den Gesamthaushalt werden sie am 20.12., wenn der Haushalt als ein Pack abgestimmt wird, wohl nicht platzen lassen…

noch ein kurzer Nachtrag zum Ausschuss:

* Lundkowski (FDP) sprach davon, dass der Erhalt viel teurer wäre als bisher angenommen: 200.000 € im Jahr statt bisher angenommen 90.000 im Jahr, das hätte sich nach „vielen Gesprächen“ herausgestellt. Wo immer wieder diese neuen Zahlen herkommen, ist schleierhaft…

* Herr Arndt betonte während des Ausschusses, dass man in der Luise das Angebot 1:1 weiterführen werde. Die Flächen der Luise seien nur 10 m² kleiner, zu einer kritischen Nachfrage von Hr. Knape (CDU) meinte er, man könne dort gerne mit dem Zollstock durchgehen. Es ist zweifelhaft, inwiefern das der Wahrheit entspricht: Die Jerusalem hat auf ihren 3 Stockwerken zusammen fast 1.000 m². Dem stehen in der Luise gegenüber: Im 1. Stock der denkmalgeschützte Puttensaal für Konzerte (100m²), der Konferenzraum (40m²) und das Stuhlager (20m²) für Vorlesen/Hausaufgabenhilfe, und davon räumlich getrennt im Erdgeschoss in der hintersten Ecke der Kinder-Buchbereich (geschätzt 100 bis 150m²)

* laut Hr. Arndt kostet der Umzug nur 6-8.000€, laut Frau Hänisch wird in den nächsten Jahren dann auch nicht nochmal umgezogen (angesprochen von CDU/Grüne darauf, ob denn bald wieder ein Umzug anstehe, wegen *evtl.* Möglichkeit das Rathaus Wedding nutzen zu können). Auf die Kosten für bessere Straßenbeleuchtung entlang der Panke ist er nicht eingegangen.

Demo am Freitag

Rede von Tom Schweers auf der Kundgebung der Demo am 30.11.2007.

Der Stand der Dinge

20.02.2008
Interview mit Tom Schweers im Berliner Abendblatt

14.02.2008
Tom Schweers über seine Erfahrung mit Politikern. Interview in der Berliner Woche.

09.02.2008
Die Antwort des Abgeordnetenhauses auf die Petition.

06.02.2008
Das Berliner Abendblatt druckt den „Verabschiedungsaufruf“.

28.01.2008
Tom Schweers zieht sein persönliches Resümee. Und zwar hier.

25.01.2008
Presseerklärung von Tom Schweers zum Stand der Dinge.

20.01.2008

3 9 2 6 Unterschriften konnten wir insgesamt sammeln. Und warscheinlich liegen irgendwo immer noch welche…….

16.01.2008

Info vom BVV Vorstand Lars Neuhaus, Vors. der SPD-Fraktion Mitte:

„Am 20.12.07 wurden diverse Drucksachen vertagt. Alle Drucksachen die
nicht auf der Konsensliste A (Überweisung in Ausschüsse) enthalten sind,
werden nach der Geschäftsordnung der BVV auf die nächste Sitzung geschoben.
Das bedeutet, dass diese Drucksachen automatisch im Januar 08 auf der
Tagesordnung sind.
Die Beschlussempfehlung des Hauptausschusses zur Jerusalembibliothek wird
also im Januar behandelt, wobei über den vom Hauptausschuss geänderten Text
abgestimmt wird und nicht über den ursprünglichen Antrag. Deshalb kann über
die Beschlussempfehlung auch unabhängig von den Haushaltsberatungen
abgestimmt werden. Die SPD-Fraktion wird der Beschlussempfehlung so zustimmen.“

Sämtliche auf der 12. BVV im Dezember 07 vertagten Drucksachen werden auf
der 13. BVV am 24.01.07 behandelt. Die Tagesordnung einschließlich der
Drucksachen der 13. BVV finden sie unter
www.berlin.de/ba-mitte/bvv/bvv-unterlagen.html

In einer Pattsituation (gleiche Anzahl Ja- und Nein-Stimmen) ist die
Beschlussempfehlung und damit auch der gesamte Antrag abgelehnt. Im Falle
der Drucksache 555 lautet die Beschlussempfehlung:
„Der Hauptausschuss empfiehlt der BVV mehrheitlich(8 Ja-Stimmen, 6
Nein-Stimmen, 0 Enthaltungen) die Annahme des geänderten Textes.“ “

04.01.2008
Aufgrund der großen Nachfrage, was denn nun eigentlich Sache ist … :

Auf der alles entscheidenden BVV am 20.12. wurde der Haushalt beschlossen und abgesegnet.
Das Thema Jerusalem Bibliothek wurde allerdings VERTAGT ! Siehe Screenshot von der BVV Seite. Wir versuchen noch herauszufinden, was das nun bedeutet. Wie immer müssen wir den Informationen hinterher rennen. Ob das mit der Petition, den flammenden Reden auf der BVV für die Bibliothek, Weihnachten oder möglicherweise gar mit gesundem Menschenverstand zusammenhängt wird sich zeigen.

20.12.2007
Hier der Stand der Unterschriftensammlung:

3 5 5 3

Presseerklärung der Initiative vor der Haushalts-BVV am 20.12.2007

19.12.2007
Berliner Abendblatt mit einem Artikel zur Jerusalem

18.12.2007
Petition gegen die Schließung an das Abgeordnetenhaus.
Mitunterzeichner sind alle Weddinger Grundschulen sowie zwei Oberschulen.
Mehr konnten in der kurzen Zeit nicht erreicht werden.
Der Wortlaut wird in Kürze hier veröffentlicht.

Hier der Stand der weiterhin aktiven Unterschriftensammlung:

3 1 9 8

12.12.2007
Artikel in der Berliner Woche zur Jerusalem

Hauptausschusssitzung. Letzte wichtige Sitzung vor dem 20.12.2007, in der der Haushalt verabschiedet wird.

Wie geplant kam der FDP-Dringlichkeitsantrag gegen die Schließung der Jerusalem auf die Tagesordnung. Dieser wurde beim letzten Bildungs- und Kulturausschuss, der SPD entgegenkommend, dahingehend verändert, dass das Haus geschlossen werden soll, jedoch 10.000 doppelt vorhandene Bücher ins Jugendzentrum am Nauenerplatz gehen sollen.
Heute wurde dem nun mehrheitlich zugestimmt.

Frauke Stiller (Grüne) machte vor den Abstimmungen noch einmal die besondere örtliche Lage der Bibliothek klar und erläuterte ihre Gründe gegen die jetzige Schließung. Thorsten Reschke (CDU) gab sich betroffen und stellte die Lösung, Bücher ins Jugendzentrum zu schaffen, als nicht zu vertretbaren Kompromiss dar. Solange nicht klar sei, wie die zusätzlichen Angebote der Jerusalem aufgefangen werden können, werde man dem FDP Antrag nicht zustimmen.
´Die Linke´ hat sich nicht zu Wort gemeldet.

Abstimmungsergebnis des abgewandelten FDP-Antrags: 8 (5 SPD, 2 Linke, 1 FDP) zu 6 (3 Grüne, 3 CDU)

Zu Beginn hatten wir dreimal Redezeit. Marc Fahrenkrog hat aus der Sicht eines Vaters dreier Kinder gesprochen (die Rede), Carsten Schulz vom Quartiersmanagement betonte die Widersinnigkeit, auf der einen Seite Geld in den Kiez zu pumpen und auf der anderen Seite eine anerkannte Einrichtung zu schließen. Tom Schweers stellte die Dinge aus wissenschaftlicher Sicht dar. Seinen Text gibts hier.

Wir haben also noch einmal mit einer lückenlosen, stichhaltigen und sachlichen Argumentation nachgewiesen, dass eine Schließung ohne entsprechenden Ersatz unverantwortlich ist.

Unsere politischen Widersacher haben erneut die Augen davor verschlossen und uns mit einem noch schneller gestrickten Vorschlag (Bücher ins Jugendzentrum) abgespeist.

Soviel Ignoranz einem derartigen Thema gegenüber ist schier unglaublich. Und traurig.

11.12.2007
Übergabe der Unterschriften an die Bezirksstadträtin für Bildung und Kultur Dagmar Hänisch, SPD. Hier die Rede dazu.

10.12.2007
Hier das vorläufige Ergebnis der Unterschriftensammlung, Stand 10.12.07:

2875

07.12.07
Unsere Freunde und Bibliotheksbesetzer aus Pankow/Prenzlauer Berg haben nun auch eine Internetseite: http://prokiez.wordpress.com/

03.12.07
12.öffentl.Sitzung Ausschuss Bildung und Kultur, wo es eigentlich einen Antrag der FDP gegen die Schließung gab bzw. vielmehr hätte geben sollen:

Frau Hänisch (Kulturstadträtin, SPD) machte den Vorschlag, dass 8-10.000 Bücher, welche man doppelt hat, ins Haus der Jugend sollen. Die FDP formulierte dann gleich zu Beginn ihren ursprünglichen Antrag für den Erhalt der Jerusalem so um, dass er dem Vorschlag der SPD entsprach. Als Grund, gab Herr Lundkowski (FDP) an, dass er “nach vielen, vielen Gespächen” keine Alternative sehe, wo die Einsparungen sonst herkommen sollen. Das war auf jeden Fall zwischen SPD und FDP abgesprochen.

Es kam, dann nach und nach raus, dass diese “Dupletten” aus dem Bibl.-verband herausgenommen werden. Räumlichkeiten im Haus der Jugend waren nicht klar. Zur Betreuung der Bücher und Hausaufgabenhilfe, Leseförderung, etc. sollten erst noch Gespräche mit Quartiersmanagement und Jugendamt geführt werden. Das Bibliotheksamt bietet aber fachliche Beratung an, wie man so etwas machen könne — aber weder Personal noch sonstwas. Kurz gesagt, eine ziemliche Mogelpackung: Die Bibliothek gibt dem Haus der Jugend 8.000 Bücher (evtl. die, die eh entsorgt werden sollen) und dann sollen die zusammen mit Quartiersmanagement und Jugendamt zusehen, was sie damit machen… Abstimmung dazu: 6 mal Ja (Die Linke, SPD, FDP), 6 mal Nein (CDU, Grüne, Graue). Das bedeutet: Abgelehnt.

Dann Abstimmung zu den Planungen, wie wir sie kennen. Das heißt, Schließung der Jerusalem & Teilaufnahme des Bestands und Kinder-/Jugendarbeit ins Luisenbad. Abstimmung dazu: 5 mal Ja (Die Linke, SPD), 6 mal Nein (CDU, Grüne, Graue). Das heißt wiederum Ablehnung.

Das heißt aber nicht viel:
Das geht nun zurück in den Hauptausschuss am 12.12. (siehe Tagesordnungspunkt 4.3). Den Gesamthaushalt werden sie am 20.12., wenn der Haushalt als ein Pack abgestimmt wird, wohl nicht platzen lassen…

30.11.07
Die Demo: Von der Jerusalem-Bibliothek aus über die Schulstraße zum Platz vor dem Rathaus-Neubau in der Müllerstraße. Dort fand die Kundgebung statt. 300 Menschen, viele kleine mit Trillerpfeifen und Transparenten waren gekommen. Selbst ein Ü-Wagen des rbb Hörfunks war vor Ort. Schon am Morgen wurde auf Radio Berlin 888 über die Situation der Büchereien, insbesondere der Jerusalem berichtet.
Hier die Rede auf der Kundgebung von Tom Schweers.

Mitteilung der Initiative Nauener Neu! (hier nachzulesen)

27.11.07
Studierende und Lehrende des Studienganges Erziehung und Bildung im Kindesalter
der Alice-Salomon-Hochschule Berlin sprechen sich einem offenen Brief gegen die Schließung der Kinder- und Jugendbibliothek aus.

26.11.07
In der 12. öffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 29.11.2007 gibt es als Top 2 einen Antrag zum Erhalt der Jerusalembibliothek.
In der Begründung heißt es: „Der jetzige Standort mit seiner bewährten und sehr engagierten Kinder- und Jugendarbeit muss dringend erhalten bleiben, damit das sehr wichtige Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche vor Ort nicht verschlechtert wird.
Die vorgesehene Eröffnung einer Kinderabteilung in der Bibliothek am Luisenbad (Umwidmung des Puttensaals) könnte den Verlust des Kinder- und Jugendangebotes am jetzigen Standort nicht kompensieren.

26.11.07
Stellungnahme der Fachkonferenz Deutsch/DaZ der Hermann-Herzog-Schule – Brief an die Mitglieder der BVV-Mitte

25.11.07
Auch bei der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Soziale Stadt (QM), Integration und Gleichstellung der BVV spielte die geplante Schließung der Jerusalembibliothek eine Rolle. Herr Schulz vom Quartiersrat Pankstraße sprach sich auch vor diesem Ausschuss noch einmal mit Nachdruck gegen die Schließung des Standortes am Nauener Platz aus. Er wies auf die immensen Folgekosten hin, wenn Kinder und Jugendliche durch die Schließung der Bibliothek an diesem Standort nicht mehr erreicht werden können.
Herr Arndt, Fachbereichsleiter beim Kulturamt und zuständig für die Bibliotheken in Mitte verteidigte dagegen die Verlagerung. Im Gegensatz zu den Äußerungen von Herrn Rogge, der im Kulturausschuss noch von einer Verlagerung von 75% des Bestandes gesprochen hatte, dass die Leistungen, die jetzt am Standort Schulstraße erbracht werden, uneingeschränkt auch am Standort Luisenbad erbracht werden können. Egal wer nun Recht hat, einer von beiden hat die Abgeordneten falsch informiert. Außerdem begrüßte Herr Arndt ausdrücklich die Verlagerung, da nur so wirtschaftliche Ziele erreicht werden könnten. Bürgermeister Dr. Handke wollte sich nicht äußern. Er sagte zu dem Thema nur: „Das Amt spricht mit einer Stimme.“
Bündnis 90/ Die Grünen und die FDP kündigten an, gegen die Schließung zu stimmen. Die Fraktionen von SPD, Linkspartei äußerten sich nicht. Die Fraktion der CDU gab zumindest an, ihren Entscheidungsprozess noch nicht abgeschlossen zu haben.

24.11.07
Schließung der Jerusalem: Berlin spart nichts, Polarisierung aber verstärkt, so der Autor Christof Schaffelder in der Zeitung stadt.plan.mitte (Sanierungszeitung Spandauer und Rosenthaler Vorstadt). Hier nachzulesen.

23.11.07
Wedding ganz hinten. Rund zwei Drittel der Weddinger Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren lebt von staatlichen Transfereinkommen (z.B. ALG). Tendenz steigend. Insgesamt driftet die Sozialstruktur der Stadtteile in Berlin weiter auseinander, besonders betroffen sind die Kinder. Das steht im „Bericht Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2007“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. „Wedding und Neukölln sowie Moabit haben Kreuzberg als Gebiet mit der höchsten Problemdichte abgelöst“ heißt es hier.

Künftig per Schulbus nach Pankow? Laut Tagesspiegel hat der Autor des Berichts, Prof. Häußermann angeregt, künftig Kinder aus Problemgebieten per Bus zu Schulen in besseren Vierteln zu verfrachten. Der Bericht

22.11.07
Jetzt bestätigt: Demonstration für den Erhalt der Jerusalem am Freitag, 30.11. um 16 Uhr. Treffpunkt an der Bibliothek. Bitte weitersagen.

WICHTIG: 11. Öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte von Berlin
Antrag von Sabine Walter vom Kinderschutzbund: Jerusalem erhalten
Antrag FDP: Dringlichkeitsantrag Bibliotheksentw.plan einhalten – Jersualem ins Schiller Untergeschoss
Anfrage SPD: Wie ist es um zusätzliche Räumlichkeiten im Rathaus bestellt
Anfrage die Linke Susanne Fünfstück: unbekannt

Ergebnis: Der Dringlichkeitsantrag der FDP wurde zur weiteren Behandlung in den Hauptausschuss und Bildungs- und Kulturausschuss verwiesen. Über die Konsensliste, also über alle Fraktionen hinweg, hat man sich daraufhin verständigt.

21.11.07
Längerer Artikel in der taz, hier online nachzulesen. Hier die Printversion.

20.11.07
Heute Abend war Sitzung des Bezirkschulbeirat von Berlin Mitte.
Es waren als Verantwortliche im Bereich Bibliotheken der stellvertretende Fachbereichsleiter des Bibliotheksamtes Mitte Stefan Rogge und die Bezirksstadträtin für Bildung und Kultur Frau Dagmar Hänisch anwesend.
Beide wurden zu einem Paradigmenwechsel in der Betrachtung der Kinder und Jugendförderung aufgerufen. Die reine Kosten/Leistungsrechnung bei Bildungseinrichtungen von Kindern wurde Kritisiert und beide aufgefordert sich einzureihen in diejenigen die gegen die immer größer werdenden Einsparungen im Bildungsbereich vorgehen.
Nach einer Aussprache mit Herrn Rogge und Frau Hänisch in der beide das Gremium nicht überzeugen konnten wieso eine Schließung angebracht sei, wurden zwei Anträge gegen die Schließung einstimmig gefasst.
Adressaten sind die Mitglieder der BVV und des Schul und Kulturauschusses.
Antrag an die BVV: Antragstellerin Angelika Müller-Seidel; Antrag Schul- und Kulturausschuss: Antragsteller René Faccin

20.11.07
Der Lesewelt Berlin e.V. lädt uns und alle Kinder zur Pippi-Langstrumpf-Geburtstagsfeier in die Jerusalem ein. Im Elterncafe können wir auch Unterschriften für den Erhalt der Bibliothek sammeln. Am Freitag, 23. November, ab 15 Uhr.

19.11.07
Unterstützung von Seiten eines Bibliothekswissenschaftlers, er war so nett zum Thema eine kleine Abhandlung zu verfassen, nachzulesen unter Materialien.

Interessanter Bericht im Weddinger Landboten. Demnach steht der Bau einer Zentralbibliothek, der ja die Grundlage des Bibliotheksentwicklungsplanes bildet, weiterhin in den Sternen. Das Amt für Stadtentwicklung, das für das Konzept Nauener Platz verantwortlich ist, wusste nicht, dass die Jerusalem geschlossen werden soll.

18.11.07
rbb kulturradio 92,4 Mhz; guter 10-minütiger Beitrag über die Jerusalem in ZEITPUNKTE
Der Beitrag kann gern zugemailt werden. Anfrage an erhalt-bibliothek@gmx.de

14.11.07
Besuch des Ausschusses für Bildung und Kultur, wo auch alle Hauptverantwortlichen waren (siehe Berichte)

Anruf eines SPD-Mitglieds (Lichterfelde-West), Lesepatin in der Gesundbrunnnen-Grundschule: Sollte ihre Partei die Schließung durchziehen, wird sie das Parteibuch zurückzugeben.

Bericht im Berliner Abendblatt (Ausgabe 46)

Bericht in der Berliner Woche, Seite 3 (Ausgabe 46), darunter ein guter Kommentar: „Lasst das Licht an!“

13.11.07
Die Linke.Wedding spricht sich gegen die Schließung aus

12.11.07
Interview rbb kulturradio; Beitrag in ZEITPUNKTE, 18.11.07, 17.04 – 18.00 Uhr

Unterstützung von den Grünen, siehe: http://gruene-berlin.de/site/index.php?id=1144

Kinderladen Doppelpünktchen zu Besuch in Sprechstunde von Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD). Findet Argumente nachvollziehbar, verweist aber auf strukturelle Haushalts-Probleme.

11.11.07
Bericht in Der Nordberliner, Ausgabe 45

09.11.07
Interview, Foto für Berliner Abendblatt
Unterstützung von Hildegard Radhauer, Geschäftsführerin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft

08.11.07
Sybille Volkholz sagt Ihre Unterstützung zu.
Offener Brief incl. Flugblatt an den Bezirksbügermeister und den Bezirksstadträten/innen von Mitte sowie den Berliner Senat

07.11.07
Offenener Brief incl. Flugblatt an alle knapp 60 BVV Mitte Abgeordneten.
Unterstützung vom Stadtteilmanagement Brunnenstraße, div.Quartiers- und Stadtteilmanagements, Kiezrat vom Sprengelkiez etc.
Weitere Schulen haben Unterstützung zugesagt: Wedding Grundschule, Gottfried-Röhl-Grundschule

06.11.07
Information folgender Medien:

Berliner Abendblatt
Berliner Woche
Der Nordberliner
Berliner Zeitung
Tagesspiegel
Berliner Morgenpost
taz
radioBERLIN 88,8
FRITZ
Kulturradio
radiomultikulti
Kika Kummerkasten
Berliner Abendschau
Spiegel Online
Der Spiegel

02.11.07
Unterstützung von der Erika-Mann-Grundschule mit deren Schulleiterin Karin Babbe, samt Lehrerschaft. Diese wurde von Babbe mit Listen ausgestattet, um bei den Eltern Unterschriften zu sammeln. Der komplette Hortbereich (Kinderschutzbund) ist ebenfalls abgedeckt.

01.11.07
Antrag gegen die Schliessung im Bezirkselternausschuss, mit 52 Stimmen ohne Enthaltung einstimmig angenommen. Anwesend war die Bezirksstadträtin für Bildung und Kultur Dagmar Hänisch, SPD.

Seit dem 30.10.07
Unterschriftenlisten in Kilas, Kitas, Schulen, Kioske, Buchläden, Bäckereien etc

Was war los im Bildungs- und Kulturausschuss

Zwei kurze Berichte vom Ausschuss für Bildung und Kultur am 14.11.

* Die Finanzsituation des Bezirk ist schlimmer als gedacht.
Wir waren nicht die einzigen Gäste am Mittwoch. Zahlenmäßig sogar mehr waren Mitarbeiter und Eltern der Musikschule Mitte anwesend. Dort sollen 18 festangestellte Mitarbeiter in den Stellenpool des Landes Berlinentlassen werden und statt dessen freie Mitarbeiter für 19 Euro brutto die Stunde die Arbeit übernehmen. Einsparung: 180.000 Euro *

Herr Rogge vom Bibliotheksamt machte einen kompetenten und glaubwürdigen Eindruck. Zwar bezweifle ich stark seine Aussagen, dass in der Bibliothek am Luisenbad aber auch alles reinpasst: Fahrbibliothek, Kinderbibliothek, Räume für Aktionen mit den Kindern,… Aber auf die Mitglieder im Ausschusshat er eine enorme Wirkung gehabt. Er hat uns angeboten, gemeinsam mit ihm die Bibliothek am Luisenbad zu besichtigen, wir sollten das machen und die Ausschussmitglieder gleich dazu laden.

Was er auch erwähnte: die Jerusalem-Bibliothek ist berlinweit die Nummer eins im Bereich Leseförderung.

* Ich halte es für aussichtlos,den Ausschuss davon abzubringen, die Jerusalem-Bibliothek mittelfristig aufzulösen. Die fühlen sich an den Bibliothekenentwicklungsplan gebunden und trauen dem Amt auch zu, den kompetent aufgestellt zu haben. Worauf wir aber bestehen sollten ist: Auflösung erst nachdem das „Luftgeschoss“ im Rathaus Wedding als Kinderbibliothek ausgebaut ist. Das wäre frühestens 2010 der Fall.*

Dazu gilt es eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufzumachen:
Was kostet der Umzug und die Einrichtung der Kinderabteilung in der Luise? Das fragte auch Frauke Stiller von den Grünen, Rogge meinte dazu nebulös, das könne aus dem laufenden Haushaltsmitteln des Bibliotheksamtesfinanziert werden.
Wieviele Kinder/Jugendliche werden die Bindung an die Bibliothek verlieren – und damit auch ihre schulischen Perspektiven verschlechtern? Wie lange dauert es, an einem anderen Standort ähnlich viele Kinder zu erreichen?
Wie wirkt sich die Schließung auf die Stadtentwicklung aus? Rund um die Erika-Mann Schule gibt es gerade erste Ansätze, dass bildungsorientierte Eltern ihre Kinder bewusst auch im Wedding einschulen – und nicht wie viele andere wegziehen, sobald die Kinder schulplflichtig werden. Für solche „schweren“ Entscheidungen spielen auch Standortfaktoren wie eine gutfunktionierende Kinderbibliothek im Umfeld eine wichtige Rolle. Hier könnten wir z.B. auch Wohnungsbaugesellschaften und-genossenschaften mobilisieren (z.B. Nordverbund!) das Quartiersmanagement Pankstraße ist sowieso schon auf unserer Seite. Der Sprecher des Quartiersrates war auf der Sitzung und hat sich energisch gegen die Schließung ausgesprochen.
Was könnte, wenn die Jerusalem bis 2010 am Standort verbleibt, für ein Nutzen entstehen, wenn sie in den Prozess der Neugestaltung des Nauener Platzes als Zentrum für Jung und Alt einbezogen wird (Erfahrungstransfer in Arbeit mit Ehrenamtlichen)?
Wird der Bibliothekentwicklungsplan tatsächlich umgesetzt (Kindergeschoss in der Schillerbibliothek), wenn jetzt schon die Jerusalem geschlossen wird?

Gibt es im Bereich Kultur alternative Kürzungsmöglichkeiten? Ich sehe nach wie vor nicht ein, warum sich der Bezirk angesichts dieser Situation gleich zwei kommunale Galerien in der Auguststraße leistet. Und ich fürchte: ohne solche vielleicht bösartigen Kürzungsvorschläge werden wir keine Chance haben.



Ein kurzer Bericht vom Ausschuss für Bildung und Kultur gestern. Es waren etwa 7, 8 Leute von uns da (Eltern und zwei Vertreter vom Quartiersmanagement Pankstr.)

Noch bevor es um die Bibl. ging, war eine Musikschule das Thema, von denen auch etwa 20-30 Vertreter anwesend waren, und danach waren wir erst dran. Nach der Debatte mit der Musikschule waren die Ausschussmitglieder dann aber auch schon mit den Nerven runter, so mein Eindruck.

Als es dann um die Bibliothek ging, wurde mir das Wort gegeben (das Thema hatten sie wohl schon letzte Woche, so dass Fr. Hänisch, Bezirksstadträtin für Bildung und Kultur, erstmal nichts mehr dazu sagen wollte). Ich habe dann die einzelnen Argumente aufgelistet, wie sie auch auf unserem webblog stehen (http://bibliothek.blogsport.de/argumente/), ohne dass ich das Gefühl hatte, dass das sonderlich Eindruck zu machen schien.

Danach sprach jemand vom Quartiersmanagement Pankstr. (Sorry, habe den Namen vergessen) und betonte nochmal, dass der Kiez um den Nauener kippen wird, und er mit Sicherheit in zwei, drei Jahren Fördergelder beantragen wird, in weitaus höherem Ausmaße, als was jetzt eingespart werden soll (allerdings, wenn ich es richtig verstanden habe, bei einem anderen Topf als dem für Bildung und Kultur, so dass das den Ausschuss finanziell nicht weiter zu interessieren schien). Er wies auch darauf hin, dass im Projektantrag fürs Nauener Neu die Bibliothek eine wesentliche Rolle spielte.

Danach war Herr Rogge dran, der fürs Bibliotheksamt sprach, also der offizielle Standpunkt. Es ging dann
Hin und Her. Nur im Ergebnis die wichtigsten Punkte:

- laut Hr. Rogge sind in der Luise im oberen Stockwerk noch 2 Räume mit etwa 70 und 40 m², wenn ich mich recht entsinne, welche für die Veranstaltungen genutzt werden sollen, die die Jerusalem zurzeit durchführt.

- die Bücher der Jeru kommen in den unteren Raum, zu den Büchern der Luise, die dort schon stehen. Da ist natürlich kein Platz, er hat dann lange rumgemauschelt, bis dann endlich mal klar war, dass die Luise laut seiner Aussage 15′000 Bücher abstoßen wird, und aus dem Jerusalem „mindestens 2/3″ (Rogge) mitumziehen wird, d.h. die Jerusalem wird evtl. 1/3 ihrer 38′000 Medien abstoßen. Das werden die sein, welche kaum ausgeliehen werden („toter Bestand“). Dass die Jerusalem etwa 1/3 toten Bestand haben soll, rief keinen Widerspruch hervor (leider auch nicht von uns). Aber insgesamt schien man mit diesem Punkt, dass dort kein Platz sei, bei den Abgeordneten kaum punkten zu können.

- Frau Hänisch wies darauf hin, dass auch eine Planstelle eingespart wird, dadurch sind es nicht bloss die 50′000 € Betriebskosten im Jahr, sondern 90′000. Hier ist mir nicht klar: Die Planstelle geht doch in den Stellenpool, d.h. wird weiterhin bezahlt, oder? Wo ist da die Einsparung? Bzw. heißt Einsparung nur, dass der Bezirk das nicht mehr zahlt, sondern der Senat?

- eher angesprungen (zaghaft!) sind die Abgeordneten beim Argument, was aus dem Nauener Platz werden soll und das der Kiez dort kippen wird. O-Ton von Frau Hänisch: „Der Wegfall der Bibliothek am Nauener Platz ist ein Einbruch, muss man gar nicht wegreden“ (habe ich mir extra notiert). Dass das nur ein Umzug sei, hat eigentlich niemand ernsthaft mehr behauptet, und die Folgen für den Nauener hat auch niemand bestritten. Mehr als die Idee, dass die Bibliotheksbusse diesen Kiez dann öfter anfahren sollten, kam da aber nicht. Der Kiez wird im Prinzip sehenden Auges ins „Verderben“ geschickt. Etwas verwunderlich, da doch eigentlich auch „Die Grünen“ und „Die Linke“ auf unserer Unterstützerliste sind — da sollten die Basisgruppen evtl. mal mit ihren Abgeordneten reden, von denen kam nämlich auch kein nennenswerter Widerstand.

Wie weiter?

Der Ausschuss wird das einfach durchwinken, es sei denn Druck durch ihre Fraktionen, von außen, juristisch oder man kann Ihnen klar machen, dass der Umzug mehr kostet als er spart. Ich sehe folgende Ansatzpunkte:

* Es gibt bei der Schließung einige „Milchmädchenrechnungen“. Z.B. die Planstelle, die wird ja meines Erachtens weiter von der Stadt bezaht — nur nicht mehr aus dem Topf dieses Ausschusses.
Oder der Umzug, den die Bibliothek von ihren laufenden Mitteln bezahlt, wenn ich es richtig verstanden habe — also wieder anderer Topf und damit für die Abgeordneten uninteressant.
Oder die Folgekosten, dass der Nauener Platz kippen wird mit allen Folgeneffekten wie es der Herr vom QM geschildert hat — aber das bezahlt ja dann ein anderer Topf.

Da müssten die anderen Ressorts und die Fraktionen Druck machen. Es kann doch nicht sein, dass im Ausschuss für Bildung und Kultur so kurzfristig und vor allem so auf das eigene Budget bezogen gedacht wird.

* Im Projektantrag fürs Nauener Neu spielt die Bibliothek eine ganz wichtige Rolle. Ist das nicht schon fast „Subventionsbetrug“, nachdem der Bezirk die externen Gelder fürs Projekt eingesackt hat (fast 2 Mio meines Wissens), diese nun wegen den Betriebskosten (+ 1 Planstelle) zu schließen? Da müssten die Leute vom Projekt Nauener Neu Druck machen. Vielleicht juristisch?

* Eigentlich sollte die Jerusalembibliothek laut Bibliotheksentwicklungsplan (http://bibliothek.blogsport.de/2007/11/13/die-urspruengliche-planung/) erst 2009 in die Schillerbibliothek am Leo ziehen, wenn dort das „Luftgeschoss“ gebaut wurde. D.h. unsere Forderung könnte sein, dass sich die Abgeordneten an Ihre eigenen Beschlüsse halten sollen, d.h. Umzug erst, wenn das Luftgeschoss gebaut wurde. Aus Sicht des Bibliotheksentwicklungsplan, ist dieser Umzug ein Provizorium, bis das Luftgeschoss gebaut wurde. Könnte man evtl. auch juristisch prüfen?

Das sind die Punkte, die m.E. am ehesten zu ziehen schienen, alles andere wie der Platz schien nicht sonderlich zu beeindrucken.

Die ursprüngliche Planung

So sah die ursprüngliche Planung laut Bibliotheksentwicklungsplan Berlin-Mitte 2005 aus:

Danach sollte

* der Standort eigentlich erst 2009 aufgegeben werden .
* ein Teil der Bestände in die Bibliothek am Luisenbad gehen und – da dort wenig Platz vorhanden ist – andere Materialien verdrängt werden
* ein weiterer Teil an die Schillerbibliothek am Leopoldplatz gehen, nachdem dort das sogenannte „Luftgeschoß“ ausgebaut wurde

Investitionsplan des Bezirks: (hier zu finden)

„… Die Schiller-Bibliothek ist im Zusammenhang mit der Veräußerung des Grundstücks Müllerstr. 48a an ihren neuen Standort im ehemaligen BVV-Saal des Rathauses Wedding gezogen. Durch den Ausbau des darunter liegenden, derzeit als Parkplatz genutzten so genannten „Luftgeschosses“ kann an zentraler Stelle ein nach anerkannten Richtlinien vergrößerter Bibliotheksstandort entstehen, der den bevölkerungsstärksten Ortsteil des Bezirks adäquat versorgen kann. Darüber hinaus kann im Rahmen der bezirklichen Bibliotheksentwicklungsplanung die Jerusalem-Jugendbibliothek integriert werden, was zu Synergieeffekten im Betrieb des Standortes und zur Straffung des Bibliotheksnetzes führt. Bauplanungsunterlagen liegen noch nicht vor. Die Angabe der Gesamtkosten von 1.000 T€ beruht auf Kostenermittlungen der zuständigen Fachabteilungen …“

Bibliotheksentwicklungsplan (hier zu finden)

Punkt 8.1. / „Ist 2005″:
„… Die Bibliothek am Luisenbad und die Jerusalem-Jugendbibliothek befinden sich mit den Beständen für Kinder und Erwachsene trotz organisatorischer Zusammengehörigkeit an getrennten Standorten, die Familien mit Kindern einen gemeinsamen Bibliotheksbesuch nur mit einem Fußweg ermöglicht …“

Punkt 8.3. „Schritte 2005 bis 2015″:
„… 2009:

* Integration der Jerusalem-Jugendbibliothek in die Schiller-Bibliothek mit Ende der Baumaßnahmen dort; Aufgabe des Standorts Schulstr. 99
* Eröffnung einer Kinderabteilung in der Bibliothek am Luisenbad
* Unterbringung der Bestände der Fahrbibliotheken in Ausweichquartier …“

Punkt 8.3. / „Soll 2015 … Bibliothek am Luisenbad“:
„… Mit dem Umzug der Jerusalem-Jugendbibliothek an den Standort Rathaus Wedding / neue BZB fällt ihr auch die Versorgung der im direkten Wohnumfeld lebenden 17.579 Kinder zu (ca. 75% von ihnen in einem Radius innerhalb 1,5 km). Die bisher nur auf Erwachsene und jugendliche Nutzer ausgerichteten Bestände sind um eine Kinderabteilung zu erweitern. Durch die beengten räumlichen Verhältnisse ergibt sich jedoch keine Erhöhung des Bestandes, sondern ein Austausch. Für Maßnahmen im Produkt Leseförderung und Vermittlung von Medienkompetenz sind Nebenräume vorhanden …“

Unter Punkt 8.3. „Soll 2015 … Jerusalem-Jugendbibliothek“:
„… Mit dem Ausbau des sog. „Luftgeschosses“ der Schiller-Bibliothek am Standort Rathaus Wedding wird die Jerusalem-Jugendbibliothek dort integriert. Die Bestände werden teils übernommen, teils in die Bibliothek am Luisenbad integriert, wo eine eigene Kinderabteilung aufzubauen ist. Das Gebäude mit hohem Sanierungsbedarf wird als Bibliotheksstandort aufgegeben. Das Magazin der Fahrbibliotheken zieht in ein noch zu benennendes Ausweichquartier. Die Infrastrukturkosten werden in voller Höhe eingespart. Das Personal wird in den beiden anderen Standorten benötigt. So kann in der Schiller-Bibliothek die Zahl der Wochenöffnungsstunden erhöht werden. Durch die Übertragung der Aufgaben kann das hohe Versorgungsniveau im Wedding aufrechterhalten werden.

Medieneinheiten 37.720
Fläche in qm 811
Entleihungen 119.374
Umsatz des Bestandes 3,1
Besuche 58.588
Teilnehmer Leseförderung 8.355
Wirkungsradius -
zu versorg. Einwohner -
ME pro EW -
Planstellen 5,25
Wochenöffnungsstunden 25
Jahresöffnungsstunden 1.250
Infrastrukturkosten in € 100.650″

Unter Punkt 8.3. „Soll 2015 … Schiller-Jugendbibliothek“:
„Mit dem Ausbau des sog. „Luftgeschosses“ soll auch die Jerusalem-Jugendbibliothek in die Schiller-Bibliothek integriert werden, so dass an einem verkehrsgünstigen Knotenpunkt (Leopoldplatz) eine leistungsfähige Stadtteilbibliothek entstehen wird und Synergieeffekte greifen können (gemeinsame Verbuchungstheke usw.).“

Die Jerusalem-Kinderbibliothek soll dicht gemacht werden

Wer kennt die Jerusalem-Kinderbibliothek nicht? Jetzt soll sie geschlossen werden. Das ist bitter!

Außenansicht

Das Haus in der Schulstraße 99 gleich am Nauener Platz bietet auf drei Etagen eine im Norden Berlins einzigartige Vielfalt an Büchern, Spielen, Hörspielen, PC-Spielen und anderen Medien für Kinder jeden Alters. Die erste Etage ist den Kleinen vorbehalten, auf der zweiten fühlen sich die Jugendlichen zu Hause. Die dritte Etage dient dem Bücherbus. Zusätzlich stellt hier pädagogisch geschultes Personal für Lehrkräfte auch aus anderen Stadtteilen die gefragten Bücherkisten zusammen. Auf allen Etagen finden sich türkische-, spanische-, englische-, arabische- und französischsprachige Bücher. An mehreren PCs können Teens (unter Aufsicht!) durchs Netz surfen, andere tauchen in der Comicabteilung ab. Ehrenamtliche leisten täglich Hausaufgabenhilfe. Zum Standard gehören Vorlesestunden mit Prominenten und Bürgern aus dem Kiez. Es gibt Sonderveranstaltungen für Schulen und Kitas. Sämtliche Termine bis April 2008 sind ausgebucht.

Innenansicht

Jetzt soll diese Einrichtung schließen und in die Bibliothek am Luisenbad – Travemünder Straße integriert werden.
In enger Nachbarschaft zur „Jerusalem“ wird der Nauener Platz nach Jahren der Verwahrlosung nun mit großer Anstrengung seitens der Politik, der Bürger und dem dortigen Jugendzentrum neugestaltet. „Nauener Platz – Umgestaltung für Jung und Alt“ – unter diesem Titel koordiniert u.a. der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung das Projekt. Wie kann dann ein paar Meter weiter eine Institution geschlossen werden, die für viele Kinder und Jugendliche im Alltag einen wichtigen und verlässlichen Partner darstellt? Diese Kinder müssten dann zur „Luise“ fahren, nur werden sie dann kaum noch die Angebote vorfinden, von denen sie bisher so zahlreich Gebrauch machen konnten. Schon jetzt gehört dieser Bezirk zum bildungsärmsten der Stadt! Es geht also nicht nur um „Pisa“, sondern auch um das Thema Verwahrlosung. Verlierer sind natürlich auch die Besucher der auf Erwachsenenliteratur spezialisierten „Luise“, denn der erzwungene Zusammenschluss wird auch hier den Bestand dezimieren. Das oftmals traurige Angebot vieler kombinierter Kinder -und Erwachsenenbibliotheken mag der ein oder andere schon kennen. Seit über einem Jahrzehnt rufen Berliner Politiker die Bürger auf, in Zeiten knapper Kassen selbst Hand anzulegen. Und das tun die Berliner auch. In der Jerusalem- Jugendbibliothek wurden von engagierten Bürgern Räume renoviert und Fußböden erneuert. Zum Dank heißt es nun – „Immer noch zu teuer“ !

Am 20.Dezember 2007 wird die Bezirksverordnetenversammlung über den Haushalt abstimmen, und damit auch über die Zukunft der Jerusalem-Jugendbibliothek entscheiden. Es ist sehr wichtig, im Vorfeld — bei der Planung des Haushaltes — Druck auf die BVV-Abgeordneten auszuüben und insbesondere auf die Mitglieder des Ausschusses für Bildung und Kultur.
Überlasse diese Entscheidung nicht den Politikern — Entscheide selbst!

Mit Deiner Unterschrift unter die Unterschriftenliste, die vielerorten ausliegt (siehe Materialien) machst Du Dir und vielen anderen Kindern ein schönes Weihnachtsgeschenk! Die Jerusalem-Jugendbibliothek selbst darf keine Unterschriftenlisten auslegen. Mache Du das doch! In der Schule, im Kinderladen/garten, im Kiosk an der Ecke!

(Quelle: http://www.weddinger-landbote.de/?p=31)